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Resonanz Leserbriefe

Nicht nur betroffene Anwohner wenden sich an die Öffentlichkeit. Das Thema schlägt hohe Wellen in den Landkreisen Neuburg-Schrobenhausen, Ingolstadt und Pfaffenhofen.

 

Droht der nächste Flaschenhals im Osten von Manching? (2)

Zum „Kritik für Radwege, Lob fürs Kleeblatt“ (DK vom 20. Oktober), worin es um die Manchinger Bürgerversammlung und den Ausbau der Anschlussstelle zur Autobahn geht:

Es wurde herausgehoben, dass der Ausbau des Autobahnkreuzes Manching in der Manching gelobt wurde. Bürgermeister Nerb hatte noch einmal durch die Unterlagen des Staatlichen Stadtbauamtes Ingolstadt aus der Vorstellung vom Juli 2021 geführt und den geplanten Ausbau gezeigt. Ich kann mich nicht erinnern, dass genau diese gezeigte Ausbauplanung gelobt wurde. Vielmehr forderte ein Bürger, dass der Gemeinderat sich nochmals mit der Erstellung eines Gutachtens über mögliche Alternativplanungen zum Gesamtprojekt Ausbau B16 mit Anschluss zur an die A9 auseinander setzt. Zudem wurde nur die Diskussion des Streckenabschnitts von AB-Kreuz Manching bis zur Einmündung bei Niederstimm aufgeführt, doch gab es mehrere Stellungenahmen und Fragen von Bürgern, die sich auf den Gesamtausbau auf Manchinger Flur richteten bis zur Kreuzung von B16/B13.

Letztendlich muss, egal bei welchem Ausbau, einmal die Betrachtung angestellt werden, welche Verkehrssituation zur stockendem Verkehr auf den B16-Abschnitten bei Manching führen. Da wäre es nur konsequent, sich auch auf die B16-Streckenabschnitte nach Westen und Osten zu fokussieren, wobei in Richtung Neuburg immer wieder auch die Ampelkreuzung bei Zell und relativ kurze Einfädelungsspuren entlang der B16 genannt werden. Zudem sollet es bewusst gemacht werden, dass die B16 in Richtung Osten hinter dem AB-Kreuz ähnlich hoch prognostizierte Verkehrszahlen bis 2030 hat, aber dort kein vierspuriger Ausbau vom Bund geplant ist, was die Frage stellen lässt, ob dann nicht in Richtung Osten ein „Flaschenhals“ im Verkehrsfluss erzeugt wird.

Andreas Küfe, Manching
26.11.2021
Donaukurier

Droht der nächste Flaschenhals im Osten von Manching? (1)

Zum „Kritik für Radwege, Lob fürs Kleeblatt“ (DK vom 20. Oktober), worin es um die Manchinger Bürgerversammlung und den Ausbau der Anschlussstelle zur Autobahn geht:

Zustimmung auf breiter Front zur geplanten Anbindung der Autobahn an ein weiteres Kleeblatt: Davon kann meines Erachtens nicht die Rede sein. Mehrfach wurde im Vorfeld bereits moniert, dass das „kleine“ Blatt in Richtung Mewa eine viel zu enge Kurvenführung hat und bis an die Paar reicht. Laut Bürgermeister Herbert Nerb wurde dieses auch nur mit zwei zugedrückten Augen durchgewunken. Man genehmigt also ein Bauvorhaben, das von vorneherein schon als kritisch zu betrachten ist.

Das „große“ zweite Viertel reicht weit in die bestehende Flutungsfläche der Paar hinein. Worin wird sich denn künftig bei Hochwasser das Wasser, das bisher unter der Bundesstraße 16 hindurch abgeleitet wurde, nach der massiven Versiegelung ausbreiten?

Im Ankoferfeld geht die Bebauung bis auf eine Straßenbreite an die Paar heran – ohne Hochwasserschutz. Die Befürchtung, dass wir hier und bis zum Museum sowie den Augraben und Zur Au „volllaufen“ könnten, sind durchaus berechtigt. Auch dieses Vorhaben sollte aufgrund des veränderten Klimas nochmals auf den Prüfstand.

Diana Wagner, Manching
26.11.2021
Donaukurier

B16-Ausbau sichert keine Arbeitsplätze

Zum Bericht „Ausbau bleibt umstritten – wenn er kommt“ (PK vom 15. November):

Die IHK fordert den B16-Ausbau mit drei Argumenten: Die Unternehmen sind auf erstens verlässliche Erreichbarkeit, zweitens funktionierende Lieferketten und drittens eine reibungslose Logistik angewiesen. Und anscheinend versprechen sich die Unternehmen das allem Ausbau der B16.

Erstens, zur verlässlichen Erreichbarkeit: Ich frage mich, wie haben die Unternehmen das bisher ohne ausgebaute Strecken hingekriegt? Und wie wird das mit der Erreichbarkeit für die Zeit des Ausbaus und der Umleitung aussehen?

Zweitens, zu funktionierenden Lieferketten: Diese werden nach dem Ausbau genauso wie jetzt von vielen anderen Faktoren abhängen. Ob die B16 ausgebaut ist oder nicht, wird die Funktion von Lieferketten kaum sicherstellen können.

Drittens, zur reibungslosen Logistik: Hier wird klar, dass die scheinbaren drei Argumente eigentlich nur ein Argument sind. Im Prinzip geht es um Bequemlichkeit und Schnelligkeit für Waren und Pendler. Und natürlich ist es für die Unternehmen wünschenswert, dass ihnen der Staat das Wirtschaften bequem macht. Aber sind ein paar Minuten weniger Fahrzeit es wert, dass man hektarweise wertvolles Ackerland unwiederbringlich zerstört? Meiner Meinung nach ist der Verlust von 800 Millionen Euro Steuergelder da noch das kleinere Problem.

Wahrscheinlich wird es eh viel teurer werden. Für 90.000 Arbeitnehmer stehen die unterzeichnenden Unternehmen. Wie mächtig sie doch sind!

Wenn die B16 nicht ausgebaut wird, werden alle diese Arbeitnehmer leider entlassen werden müssen. Zumindest erweckt die Argumentation im Artikel ein wenig diese Sorge. Das Totschlagargument – es geht um Arbeitsplätze! Ich wette, keiner dieser Arbeitnehmer wird seinen Job verlieren, bloß weil die B16 nicht ausgebaut wird. Der Ausbau der B16 wird weder Wachstum für die Wirtschaft bringen noch Arbeitsplätze sichern. Und, liebe Frau Schreyer, so sehr ich Sie persönlich schätze, ich glaube nicht, dass nur die Wirtschaft weiß, was bayrische Interessen sind. Die Wirtschaft vertritt in erster Linie ihre eigenen Interessen. Bayern ist mehr als seine Wirtschaftsverbände und es stünde einer vom Volk gewählten Vertreterin des Volkes gut an, sich auch vor Ort die Argumente der Bürgerinitiative und der Umweltverbände anzuhören und sie in die Überlegungen und Entscheidungen einzubeziehen.

Judith Neumair, Winden bei Scheyern
19.11.2021
Pfaffenhofener Kurier

Zum geplanten Ausbau der B16 und dem Kleeblatt an der Autobahn-Ausfahrt Manching

Der geplante Ausbau der B16 ohne Seitenstreifen ist und bleibt ein autobahnähnlicher Ausbau mit Mittelleitplanke, ohne Tempolimit mit je zwei Fahrspuren je Seite, der Manching ein weiteres Mal durchschneidet, große Flächen versiegelt (21 Meter Straßenbreite) und durch zusätzlichen Verkehr mehr Lärm und Emissionen generiert.

Das prognostizierte Verkehrsaufkommen zwischen A9 und B13 mit ca. 25.000 Fahrzeugen am Tag rechtfertigt diesen Ausbau in keiner Weise, da der Verkehr hier zwischen 2010 und 2015 rückläufig war und sich durch Homeoffice weiter reduziert hat. Abgesehen davon müsste die B13 dann auch vierspurig ausgebaut werden, weil sie ein ähnlich hohes Verkehrsaufkommen wie die B16 hat.

Inzwischen finden ja auch viele Politiker, dass ein RQ21-Ausbau anstatt RQ31 (entgegen der gesetzlichen Streckenlängenregelung) vollkommen ausreichend sei.
Wenn diese Regelung schon aufgeweicht wird, warum werden dann nicht auch andere Lösungen näher untersucht? Warum erachtet Abgeordneter Reinhard Brandl bei Neuburg einen 2+1-Ausbau für ausreichend, bei uns aber nicht? Am künftigen Verkehrsaufkommen bei uns kann es ja wohl allein nicht liegen, außer wir pflastern unsere Region an der B16 mit einem zusätzlichen Frachtzentrum, Gewerbegebieten und Logistikunternehmen zu.

Handelt man hier nur im Sinne der Wirtschaft, die einen autobahnähnlichen Ausbau befürwortet? Für Manching bringt der Ausbau keine Vorteile, für Ingolstadt eine Möglichkeit, mit der zukünftig auf Manchinger Flur verlagerten B13 Unsernherrn zu entlasten.

Der Verein „Lebenswertes Manching“ wurde von den Fraktionsspitzen zu einer Stellungnahme aufgefordert. Diese beinhaltete nicht nur das Bundesförderprogramm „Freiwillige Lärmsanierung an Bestandsstraßen“, sondern auch alle Ausbauvarianten – inklusive Entlastungsmöglichkeiten – zu prüfen.
Da sich auch klimapolitisch und umweltrechtlich Änderungen ergeben haben – siehe Klimaschutzgesetz und aktuelle Urteile dazu – muss dieses ebenfalls überprüft werden.
Auf diese Punkte wurde mit keinem Wort eingegangen. Soll jetzt durch dieses Schnellschussaktion noch eine autobahnähnliche Bundesstraße durchgewunken werden, um Versäumnisse der Vergangenheit zu übertünchen?

Christian Schneele
29.09.2021
Donaukurier

Zum geplanten vierspurigen Ausbau der B16

Unter dem harmlosen Titel „Ausbau B16“ verbirgt sich still und heimlich der Ausbau zu einer lupenreinen Autobahn. Vor diesem Hintergrund haben sich lokale Bürgerinitiativen betroffener Gemeinden gebildet, die dieses „Monster“ verhindern wollen.

Seitens der Politik stellt diesen Ausbau mit Ausnahme der Grünen und der ÖDP (und der Manchinger CSU) grundsätzlich keiner in Frage. Strittig zwischen dem Staatlichen Bauamt Ingolstadt und der „Politprominenz“ aus betroffenen Gemeinden/Landkreisen ist lediglich die Frage, ob die beiden Seitenstreifen tatsächlich erforderlich sind. Denn mit den obligatorischen Lärmschutzwällen, den erforderlichen landwirtschaftlichen Wegen, Verkehrskreiseln sowie Auf- und Abfahrten ist ein enormer Flächenverbrauch verbunden, bei dem sich mancher Lokalpolitiker zur zaghaften Frage durchringt: „Braucht’s des wirklich“?

Um einen vermeintlichen Schulterschluss mit den gegründeten Bürgerinitiativen zu kreieren, plädiert man daher „nur“ für einen vierspurigen Ausbau. Das scheint jedoch ein trojanisches Pferd zu sein, wenn man zugegebenermaßen unterstellt, dass IHK und Lokal- und Landkreispolitiker permanent auf die Ausweisung neuer Gewerbegebiete schielen und ihnen der 2017 geänderte bayerische Landesentwicklungsplan (LEP) in die Karten spielt. Das sogenannte Anbindegeboet für Gewerbegebiete wurde aufgehoben und es genügt u. a. das Vorhandensein einer Autobahnabfahrt oder einer vierspurigen Bundesstraße.

Das Argument „Ausbau ist wegen des Verkerhs notwendig“ ist meines Erachtens vorgeschoben, eher muss man davon ausgehen, dass wir mit diesem Ausbau der B16 zusätzlichen Verkehr provozieren. Die „Autobahn“ bzw. vierspurige Bundesstraße mit permantenter Überholspur wird definitiv eine Verlagerung des Verkehrs von der B300 auf die neue B16 zur Folge haben.

Liebe Nachbarn in Zuchering und Hagau – wollt Ihr Euch wirklich Eure Südseite zubetonieren lassen?
Wollt Ihr zustimmen, dass vor Euren Toren und Grundstücken udn parallel zur gut ausgebauten B300 zusätzlich eine Ost-West-Autobahn gebaut wird?
Wenn Ihr diese Frage mit nein beantwortet, dann reiht Euch mit uns ein, in den Protest gegen dieses monströse Vorhaben.

Wir brauchen Euch, um diese „Donau-Autobahn“ zu verhindern.

Petra Maier
26.08.2021
Donaukurier

Umverteilung des Verkehrs statt neuer Verkehrsachsen

Gratulation zum zukunftsweisenden Thema und Engagement von OB Scharpf und den Landräten der Region 10 – Zauberwort „Entlastung“ statt neuer Pkw-Verkehrsachsen. Eine S-Bahn in der Region wäre überfällig, auch wenn man andere Regionen anschaut, die hier längst tätig werden. Zu allen Angeboten der INVG wäre das eine sinnvolle und attraktive Ergänzung.
Ich hoffe sehr, dass die Planer und Verantwortlichen hier in Manching sofort die Hand heben bezüglich eines S-Bahnhofs in Oberstimm und Zentral-Manching, um so die Verkehrszahlen auf der B16, der B13 und der A9 zu reduzieren. Denn ernsthafter Umwelt- und Klimaschutz wird nur durch Reduktion erreicht – entweder wir ändern unseren überholten Lebensstil jetzt und stellen die Weichen für die Zukunft, oder unsere Kinder und Enkel müssen das für uns ausbaden.
Für Manching als eine der größten Gemeinden wäre jetzt die Chance, neben überdimensionierten „Dinosaurier“-Projekten wie dem unnötigen Ausbau der B16 zur Autobahn (egal ob mit 31 oder 21 Metern Durchmesser) die Augen auf die Zukunft zu richten, auch wenn eine solcher Prozess sicherlich noch dauert. Aber jetzt sollte man sich frühzeitig einschalten und sein Interesse nachdrücklich und nachweisbar bekunden – Brunnen kann hier als positives Beispiel zur Nachahmung dienen.
Man darf gespannt sein, ob Klimaschutz nur als Wahlversprechen genutzt oder aktiv unterstützt wird. Als Steilvorlage kann hier sicherlich das SPD-Konzept ausgegraben werden, ebenso kann man das Konzept, welches MdL Alfred Grob vorliegt, als Grundlage verwenden. Schön hier ist der S-Bahn-Halt am neuen Kongresszentrum, Nähe FH und Altstadt – dies könnte für Belebung sorgen. Demgegenüber stehen natürlich die kontraproduktiven, geplanten Gewerbeerweiterungen im Weiherfeld – Versiegelung im Umland als Konkurrenz zur Innenstadt.
Attraktiv wäre eine solche Verbindung allemal: Ein Oberstimmer – als Beispiel – wäre in 10 Minuten „im Werk“ was ein unschlagbarer Vorteil zum Auto ist. Egal wie ich ausbaue – 10 Minuten sind mit dem Auto nicht zu schaffen. Wenn hier noch stark subventionierte Jahrestickets ausgegeben werden (man bedenke die steuerliche Absetzbarkeit für Firmen) wäre das eine echte Alternative, bei welcher Gemeinden profitieren der Staat Gelder nach dem Verursacherprinzip erheben oder geben kann und auch Arbeitgeber für sich und den Nachhaltigkeitsgedanken werben könnten!

Johanna Huber
21.07.2021
Donaukurier

Richtet der Lärmschutz es allein?

Unsere dritte Bürgermeisterin Martina Gross begrüßt den vierspurigen Ausbau der B16 und den damit verbundenen Lärmschutz. Dieser Lärmschutz wird seit 30 Jahren zu Recht eingefordert. Zur damaligen Zeit war jedoch keine Rede davon, die Bundesstraße zur Autobahn umzufunktionieren. Der Lärm ist auch so schon zum Teil unerträglich.
Ein Lärmschutz steht uns rein rechtlich nur im Zuge eines Ausbaus zu. Kein Ausbau, kein Lärmschutz – so einfach! Doch was nützen uns denn Lärmschutzwände und -wälle, wenn sich das Verkehrsaufkommen massiv erhöht? Wohin soll sich der Lärm denn auflösen? Er schlägt sich dann wieder in den Ortschaften nieder – Verkehrsminderung sollte das Ziel sein. nicht zügiges Vorankommen ohne Tempolimit, was zum Gegenteil führt. Unfälle werden nicht reduziert, sie werden gravierender ausfallen. Ausweichmöglichkeiten bei Rückstaus durch unsere Ortsteile sind dann ja gegeben. Oder man bemüht die neue Pichler Brücke, die mit 39 Metern Länge kurz vor den Anwohnern enden wird. Klimaschutz, Umweltschutz –nirgends finde ich den Menschenschutz. Ein allgemeines Umdenken eines jeden einzelnen ist erforderlich. Unterstützen wir den Wandel nach dem Motto: Lebensqualität vor Verkehrsqualität – Stoppt den Ausbau der B16!

Diana Wagner
21.07.2021
Donaukurier

Freie Fahrt contra Lebensqualität

Das Ergebnis der Bürgerinformationsveranstaltung war mehr als ernüchternd. Das Straßenbauamt bot einen guten Überblick über den geplanten Ausbau der B16, den RQ31 mit vier Fahrspuren, zwei Seitenstreifen und einem Mittelstreifen. Die Notwendigkeit dieses gigantischen Ausbaus ergibt sich nicht aus den langen Staus zu den Rushhours, denn die gibt es tatsächlich nicht, wie viele der Anwesenden, die täglich die B16 nutzen, feststellen.

Aber eine Verkehrszählung und eine daraus abgeleitete Hochrechnung ergibt ein Verkehrsaufkommen von 20000 bis hochgerechnete 26000 Fahrzeuge täglich. Daraus leitet sich dann, um den Verkehr weiter ungestört fließen zu lassen, die Notwendigkeit des Ausbaus mit 31 Meter Gesamtbreite ab. Verkehrsfluss ist das Zauberwort der Verkehrsplaner, dem sich alles andere unterordnen muss.

Das Zuckerl für die Manchinger, an denen in Zukunft ohne Geschwindigkeitsbegrenzung der Verkehr vorbeibrausen soll, sind Lärmschutzmaßnahmen von unbeschreiblichem Ausmaß. Lärmschutzwände mit bis zu acht Meter Höhe und ein Lärmschutzwall mit fast 30 Meter Breite werden uns abschotten von unseren Rennstrecken, aber auch von unseren Ortsteilen Pichl und Oberstimm. Manching bekommt also mit dem RQ31 eine zweite Autobahn, die den Ort in Ost-Westrichtung durchschneidet und trennt.

Ich frage mich schon, ob Verkehrsplaner und verantwortliche Politiker immer noch nicht verstanden haben, dass es nicht darum geht, den Verkehr noch ungehinderter fließen zu lassen und damit Anreize für immer mehr Verkehr zu schaffen. Vielmehr geht es in Zukunft darum, den Verkehr zu reduzieren und alternative Verkehrswege zu erschließen und entsprechend zu fördern und dabei intelligente und individuelle Lösungen zu finden.

Leider meinen unsere Politiker in Manching, es wäre super, wenn man beim RQ31 auf den Seitenstreifen verzichten und trotzdem beim vierspurigen Ausbau den Lärmschutz durchsetzen könnte. Die Quittung werden sie bekommen, wenn Menschen, die es sich aussuchen können, aus dem von Lärmschutzwänden umgebenen und von Autobahnen durchschnittenen Manching wegziehen und sich in sicherer Entfernung in Geisenfeld, Reichertshofen oder anderswo niederlassen werden. Vermutlich wird es dann zukünftig günstigen Baugrund in Manching geben.

Barbara Vocht
08.07.2021

Woher kommt die Steigerung?

Es handelt sich hier um die Verkehrszahlen bezüglich Manching. Laut Verkehrsdatenbank Baysis.bayern.de betragen die tatsächlichen Verkehrszahlen in diesem Teilstück in Manching zwischen der A9 und der B13 nicht 30.000 Fahrzeuge pro Tag, sondern 20.886 im Jahr 2010 und 19.770 im Jahr 2015.

Man beachte also hier – es gab bereits ohne Corona, Home-Office und Digitalisierungsoffensive eine Abnahme der Verkehrszahlen. Man darf gespannt sein auf die Ergebnisse der Verkehrszählung von 2021, da die fällige Zählung 2020 ausgefallen ist.

Richtig ist aber, dass es laut Staatlichem Bauamt ein Gutachten gibt, welches für 2030: 30.000 Fahrzeuge prognostiziert – dieses Gutachten wurde bisher noch nicht veröffentlicht – woher die plötzliche Zahlensteigerung kommen soll, wenn gleichzeitig das Projektinformationssystem zum Bundesverkehrswegeplan 2030 von insgesamt 22.000 Fahrzeugen pro Tag im Planfall spricht, der digitale Fortschritt Vor-Ort-Präsenz teilweise unnötig macht und Klimaschutzgesetze erlassen werden, die von Vorrang und Förderung von öffentlichen Verkehrsmitteln sprechen, ist für mich nicht nachvollziehbar.

Wir von der Bürgerinitiative „Stoppt den Ausbau der B16“ in Manching sind sehr gespannt, auf die Erklärungen des Bauamtes in einer Bürgerversammlung am 1. Juli. Wichtig ist hier eine telefonische Voranmeldung oder Anmeldung per E-Mail bei der Gemeinde.

Des Weiteren sollte man auch aufräumen von der Mär eines Tempolimits. Sollte die B16 auf 24 Kilometern mit dem Autobahnquerschnitt von 31 Metern ausgebaut werden, mit bis zu 8,5 Meter hohen Lärmschutzwänden und -wällen, wie in Manching geplant, dann gibt es grundsätzlich kein Tempolimit. Logischerweise muss auch jedem klar sein, dass man nicht teuer ausbaut – wie im Fall von Manching für knapp 160 Millionen Euro, wenn man dann auf vier Spuren „dahinkriechen“ muss, denn dann könnte man es ja so lassen, wie es ist.

Johanna Huber
27.06.2021

„Wer Straßen baut, wird Verkehr ernten.“ Der Spruch hat sich in der Vergangenheit leider als richtig erwiesen und es wird auch in diesem Fall der Verkehr auf der B16 und ihren Zubringerstrecken erheblich zunehmen. Heute wissen wir, um unsere Ziele zum Klimawandel zu erreichen ist vor allem im Verkehrsbereich ein Umdenken erforderlich. Wir brauchen ein leistungsfähiges Schienennetz und dazu ein Logistikkonzept, das den heutigen Anforderungen der Just-in-time-Lieferung, auch auf der Schiene gerecht wird.

Der vierspurige Ausbau der B16 mit einer Breite von 31 Metern erfordert immens viel Fläche, kostet irrsinnige Summen Geld und erhöht den Verkehr auf der Straße. Bei einem Ausbau mit Mittelstreifen ist ein Linksabbiegen von dieser Straße bzw. Linkseinfahren auf diese Straße, nicht mehr möglich. Alle Zu- und Abfahrten müssen mit Brückenbauwerken ausgestattet werden. Die Ausführung mit Seitenstreifen und Lärmschutzwänden trennt die umgebenden Landschaften stärker als ein Fluss.

Eine vierspurige B16 wird entlang dieser Strecke aufgrund des zunehmenden Verkehrs viele weitere Straßenausbaumaßnahmen nach sich ziehen. Zum Beispiel die geplanten Nord- und Südumgehungen von Schrobenhausen, die Ortsumgehung Karlskron usw. Vor allem der immense Flächenverbrauch und die massiven Investitions- und Folgekosten derartiger Straßenbaumaßnahmen sind nicht mehr zeitgemäß.

Die Mittel, die wir für einen klimagerechten Ausbau der Bahninfrastruktur brauchen, fehlen, weil die Gelder für immer mehr überdimensionierte Straßen ausgegeben werden. Die lokalen Probleme wie der Stau im Berufsverkehr zu Airbus oder an der B13 vor Unsernherrn werden dadurch nicht beseitigt, sie werden eher noch verstärkt. Wir kommen mit ausgebauten Fernstraßen schnell von Ort zu Ort, aber am Ziel stehen wir immer häufiger im Stau und ärgern uns, wenn die Eisenbahn ohne Stopp an uns vorbeifährt.

Statt die Steuergelder in eine vierspurige Donautal-Autobahn zu verschwenden, wäre der Ausbau einer zweispurigen Donautal-Bahnlinie zwischen Regensburg und Ulm wesentlich sinnvoller.

Josef Schweigard, Reichertshofen
22.04.2021
Donaukurier Print

Obwohl der Ausbau der B16 im Osten von Manching offensichtlich beschlossene Sache ist, gibt es dazu sowie auch zum geplanten Ausbau der B16 zwischen Niederstimm und Manching noch etwas zu sagen. Mit den durch Corona verordneten Homeoffice-Möglichkeiten wird der berufsbedingte Individualverkehr auch in Zukunft abnehmen. Es wird auch nach Corona nicht mehr jeder Arbeitnehmer, der in einem Büro oder in einer Verwaltung sitzt, täglich zur Arbeit fahren müssen. In Anbetracht der täglichen Schreckensszenarien in Zusammenhang mit dem Klimawandel sollte es für jeden Arbeitgeber und auch für jeden Arbeitnehmer eine moralische Verpflichtung zur Vermeidung des Individualverkehrs geben.

Nicht allein die Interessen der Wirtschaft, sondern vielmehr das Bedürfnis der Bürger nach einem lebenswerten Wohnumfeld vor der Haustür sollten unsere Gemeinde- und Kreisräte im Blick haben. Gerade in Corona-Zeiten haben wir Bürger erfahren, wie gut es ist, wenn wir in unmittelbarer Nähe unseres Wohnortes unsere Freizeit verbringen können.

Der geplante Ausbau der B16 zwischen Niederstimm und Pichl wäre eine Möglichkeit, über alternative Verkehrskonzepte nachzudenken, und zwar zusammen mit den Vertretern der ortsnahen Wirtschaft. Eine Kreisellösung, wie etwa an der B16 vor Neuburg oder an der B13 vor Eichstätt, würde weniger Fläche verbrauchen und den Verkehrsfluss nicht stoppen, sondern einfach und sicher regeln. Wenn anderenorts solche unsinnigen Verkehrsplanungen nur durch Bürgerinitiativen behindert werden, hoffen wir in Manching noch auf unsere gewählten Politiker. Denn nur wer seinen Bürgern ein angenehmes Wohnumfeld bieten kann, wird auch die Menschen dazu motivieren, sich in dieser Gemeinde niederzulassen. Gigantische Straßenbauwerke, die den Ort einzwängen, sind dazu nicht geschaffen. Dass sogar Großprojekte über Nacht begraben werden können, zeigt das Beispiel des Münchner Flughafens.

Barbara Vocht
22.04.2021
Donaukurier Print

Klare Forderung nach B16-Ausbau

Diese Planung, die ja mittlerweile einige Jahre auf dem Buckel hat, passt meiner Meinung nach nicht mehr in die heutige Zeit, in der nicht mehr der Strenausbau an erster Stelle steht, sondern die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs. Sowohl aus ökonomischen, finanziellen als auch aus klimapolitischen Gründen wäre der Oelker-Vorschlag wesentlich besser geeignet, ganz zu schweigen aus ortsplanerischer Sicht.

Ich höre schon die Einwände der Fachplaner. Keine Kreisel an Bundesstraßen, zu viel Verkehr für einen Kreisel usw. Der gesunde Menschenverstand könnte trotzdem für eine Überprüfung sprechen. Noch wäre Zeit.

Herbert Mayr
22.04.2021
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Mit zwei Kreiseln Steuergelder sparen

Die Diskussion über den Ausbau der B16 nimmt Fahrt auf. Das ist gut so. Man muss viel mehr öffentlich darüber reden. Ganz Manching ist betroffen, wie es schon Johanna Huber und Hans Schachtl in lesenswerten Leserbriefen beschrieben haben. Huber hat dabei interessante Vorschläge gemacht (Einhausung). Ich möchte mit diesem Kommentar den Blick noch etwas weiter aufziehen. Es gibt ja noch ein zweites monströses Bauvorhaben im Bereich der B16 im Osten Manchings. Hier will man ein riesiges Brückenbauwerk zur sogenannten Höhenfreimachung der B16 erstellen. Aus meiner Sicht muss man alles in einem sehen.

Die B16 kommt von Osten auf Manching zu, sie ist gut dreispurig ausgebaut. Meines Wissens reicht dieser Ausbau völlig. Staus sind nicht bekannt. Die Kreuzungen an den Einmündungen von der Manchinger Straße aus Ingolstadt und der Geisenfelder Straße aus Manching kommend sind Unfallschwerpunkte. Es kracht immer mal wieder, es sind auch Menschenleben zu beklagen, was nicht sein muss. Muss deshalb aber gleich ein so großes und kostspieliges Brückenwerk geplant werden? Reicht nicht an jeder Kreuzung je ein Kreisel, der den Verkehr beruhigt und die Unfallgefahr signifikant herabsetzt? In Neuburg funktioniert das auf der B16 doch auch schon seit vielen Jahren! Ein Kreisel ist verkehrsberuhigend, aber nicht verkehrsbehindernd! Es könnte ja auch an diesen beiden Kreuzungen in Manching gut funktionieren, und es wird nur einen Bruchteil dessen kosten, was der geplante Viadukt kosten würde! Es sind unsere Steuergelder, die hier verbaut werden. 

Fährt man die zweispurige B16 weiter in Richtung Westen, kommt der Autobahnanschluss. Dieser soll als Kleeblatt ausgebaut werden. Auch hierzu gibt es kontroverse Diskussionen. Weiter Richtung Westen führt die B16 immer noch zweispurig bis zur Überführung über die B13, die schon als Kleeblatt ausgebaut ist. Danach wird die B16 wieder dreispurig und zieht ruhig ihre Bahn Richtung Neuburg. Für das Verkehrsaufkommen ist das wohl ausreichend. Staus sind nicht bekannt. 

Der vierspurige Ausbau soll nun zwischen dem Autobahnanschluss und der Überquerung der B13 stattfinden – auf einem ortsnahen Stück. Die negative Bedeutung dieses Ausbaus für Manching wurde von Huber und Schachtl ausgiebig „gewürdigt“.
Ich stelle folgende Fragen:

  1. Warum muss die B16 im Bereich von Manching vierspurig ausgebaut werden, wenn östlich und westlich davon der dreispurige Ausbau völlig ausreichend ist?
  2. Warum muss im Osten von Manching dieses großzügige Brückenprojekt geplant und gebaut werden, wenn es sehr wahrscheinlich zwei Kreisel auch tun würden?
  3. Was passiert, wenn die Planer auf die Idee kommen sollten, die B16 auch östlich von Manching vierspurig auszubauen? Muss dann das geplante Brückenbauwerk abgerissen werden, weil die Breite nicht für den vierspurigen Ausbau reicht?
  4. Hat man sich darüber Gedanken gemacht, dass der großzügige Ausbau der B16 zur „Donau-Autobahn“ weiteren Ost-West-Verkehr anziehen wird, der die Umweltsituation aufgrund des B16-Verkehrs in Manching noch weiter verschlimmern wird?
  5. Wo bleibt der Manchinger Gemeinderat? Er ist von uns Bürgern gewählt worden, unsere Interessen zu pflegen und wahrzunehmen. Wir haben ihn nicht gewählt, dass solche immensen Bauvorhaben „einfach durchgewunken“ werden. Kritische Äußerungen aus dem Gemeinderat kann ich nicht wahrnehmen.

Meine Gedanken gehen in folgende Richtung: Man muss die B16 im Bereich von Manching ganzheitlich sehen. Das geplante Mammutprojekt mit dem Viadukt im Osten kann man noch stoppen, wenn man will. Es ist noch keine Erde bewegt worden. Alle Verantwortlichen sollen gemeinsam mit den Bürgern die Gesamtsituation bewerten. Dazu gehört eine Einhausung der B16, eine Neubewertung des vierspurigen Ausbaus und der Kreuzungen im Osten und des prognostizierten Verkehrsaufkommens insgesamt, das nach Corona weniger wird als ursprünglich angenommen.

Manching muss lebenswert bleiben. Man darf Manching nicht einer übergeordneten Verkehrsplanung unterordnen.

Hans-Christoph Oelker
09.03.2021

Der Ausbau der B16 und das Märchen vom Sterntaler

Frau Huber nimmt in Ihrem Leserbrief die unzweifelhaft hoch belastete Situation der Gesamtgemeinde ins Visier. Manching ist zerschnitten durch die A9 und die B16, wird tangiert von zwei Bahnlinien sowie der B13 und trägt auch die strukturellen Belastungen eines Flughafens. Frau Huber macht deutlich, dass es sehr wohl auch mal an der Zeit wäre, bei einer weiteren Infrastrukturmaßnahme im Raum Manching nicht nur eine „08/15-Lösung“ anzustreben, sondern wie anderorts gelegentlich vorexerziert, eine Komfortlösung.

Ihren Vorstellungen nach sollte es dabei zu einer gedeckelten Bauweise kommen, d. h. zu einer Trassenführung, bei der die Fahrbahnen im Geländeniveau bleiben, dazu aber eine mit Vegetation versehene Überdeckung bekommen. Mit dieser Maßnahme, so behaupte ich, könnte man die Vorgaben nach § 15 (1) des Bundesnaturschutzgesetzes vorbildlich erfüllen, die da besagen: „Der Verursacher eines Eingriffs ist verpflichtet, vermeidbare Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft zu unterlassen. Beeinträchtigungen sind vermeidbar, wenn zumutbare Alternativen, den mit dem Eingriff verfolgten Zweck am gleichen Ort ohne oder mit geringeren Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft zu erreichen, gegeben sind.“ Den Paragrafen des Gesetzes betrachtend geht es hier beim Ausbau der B16 nur um die Frage der Zumutbarkeit. Und sind wir mal ehrlich: Ist es für Staatsorgane, die immer davon sprechen, keine unnötigen Eingriffe in die Natur vornehmen zu wollen, nicht auch mal an der Zeit, weiteren Landverbrauch einzudämmen und vegetationserhaltende Maßnahmen zu fördern?

Natürlich kostet eine gedeckelte Bauweise bedeutend mehr als die offene Bauweise. Aber im Bereich zwischen Niederstimm und Pichl könnte man sich bei geschickter Planung auf eine 600 bis 800 Meter lange Strecke beschränken und den Zerreißprozess des Gemeindegebietes mindern. Aber auch hier wird es wieder Sachwalter geben, die fröscheln und aus der jämmerlichen Froschperspektive heraus der Frau Huber sagen werden, dass sie zwar eine gute Idee gehabt habe, die aber nicht realisierbar sei.

Der wahre Grund aber ist, dass die so Argumentierenden „keinen Bock haben“, für Ideale zu kämpfen. Und so sind wir wieder beim Grimm’schen Märchen und bei den Talern, die vom Firmament fallen könnten. Ich gehe aber davon aus, dass Frau Huber und die betroffenen Niederstimmer und Pichler keinen „blinkenden Taler“ finden werden.

Hans Schachtl
22.02.2021

Man kann hier nur hoffen, dass sich die Amtsinhaber und Politiker, die sich mit den Bürgerinitiativen zum Austausch getroffen haben, deren Bedenken auch ernst nehmen und es nicht bei Lippenbekenntnissen und dem Abhaken eines Pflichttermins bleibt. Ein reiner Verweis darauf, dass etwas nun mal beschlossen worden ist, wie es Frau Schreyer macht, ist für mich zu kurz gedacht.

Die Zeiten ändern sich und ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, dass eine Autobahn (nichts anderes ist für mich eine vierspurige Straße mit Seitenstreifen und Mittelbebauung) zwischen Manching und Neuburg einen Sinn haben soll. Ich bin hier als Weicheringer direkt betroffen, aber selbst wenn ich in Bonsal wohnen würde, könnte ich es auf keinen Fall gut heißen. Ich frage mich auch, wo bei der Verabschiedung des Bundesverkehrswegeplans die Berücksichtigung der umwelt- und naturschutzfachlichen Beurteilung war? Die Trasse läuft durch FFH-Gebiete, zerstört Lebensräume und trennt Andere noch mehr ab.

Vor Kurzem wollte die CSU hier einen Nationalpark errichten, stattdessen bekommen wir jetzt eine Autobahn. Muss es denn immer ins Extreme gehen? Was ist mit der viel beschriebenen Eindämmung des Flächenfraßes? Hier vermisse ich im Übrigen eine klare Stellungnahme des BBV, die Landwirte sind doch mit am stärksten betroffen. Ebenso hört man nichts bis wenig von den örtlichen Naturschutzverbänden.

Es steht für mich außer Frage, dass an kritischen Punkten der Verkehrsfluss stetig verbessert werden muss. Maßnahmen wie die Überleitung zur A9 bei Manching, die Anbindung an die B16 auf Höhe Lichtenau oder die Umwandlung der Zeller Kreuzung in einen Kreisverkehr sind Themen, die angepackt werden müssen. Zu meinen, dass die Verkehrswende durch stupiden Straßenausbau erfolgen kann, ist jedoch komplett aus der Zeit gefallen. Die Kosten, die wir als Steuerzahler dafür tragen müssen, könnte man sich in weiten Teilen sparen und sinnvoller einsetzen. Schon die Tatsache, dass jüngst sehr viel Geld und Geduld der Autofahrer in Kauf genommen wurde, um die Strecke weitgehend dreispurig auszubauen, sollte allein schon gegen dieses Mammutprojekt sprechen.

Markus Hammer
27/28.01.2021
Donaukurier Print

Und hier bittet man nun lediglich um einen Verzicht der Seiten- und Mittelstreifen? Warum wird hier nicht mal groß gedacht? Was wäre mit einer zumindest teilweisen großzügigen Übertunnelung der gesamten Straße? Das meine ich als günstigere Alternative zum gegrabenen, unterirdischen Tunnel – diese Möglichkeit kann relativ schnell installiert werden und wird mit Erde zugeschüttet, sodass ein künstlicher Berg und damit neuer Lebensraum entsteht. Gleichzeitig werden mit fest installierten und angekündigten Blitzerkameras  siehe Freiburg – die Unfallgefahren gesenkt. So könnte man die Ortsteile verbinden, Naturräume wie den Paarbereich beim Museum und den Pichler Weiher anbinden, schnellere fuß- und fahrradtypische Verbindungen und Anbindungen schaffen.

Man könnte sogar das ganze Areal als Bundes – oder Landesgartenschau ausweisen mit dem Thema: Wie verbinde ich Verkehr mit der Natur und den Forderungen der Menschen?“ Hier gibt es Zuschüsse und Besucherströme und es kann eine wegweisende und zukunftsorientierte Entwicklung ermöglichen.

Hier könnte man bestimmt Ministerpräsident Söder und weitere Mitstreiter gewinnen, die sich die Natur auf die Fahnen geschrieben haben. Man könnte hier möglicherweise die Universität und die Fachhochschule mit Konzepten zur Wärmerückgewinnung im Tunnel gewinnen und damit Strom erzeugen. Wer denkt nicht gern an ein erreichbares Naherholungsgebiet – so zum Beispiel den Wald beim Pichler Weiher, den man mit Winterlingen, Blausternchen, Märzenbecher, Buschwindröschen, Bärlauch und Waldmeister noch attraktiver machen könnte. Man könnte Areal aufkaufen, gerade auch in der Nähe des Museums – eines Kleinodes in Manching. Und dann wird klimafreundlich und abwechslungsreich aufgeforstet: Man gibt Maronen-, Walnuss-, Haselnuss- und Pekannussbäumen eine Möglichkeit, pflanzt hier und da einen Mammutbaum und hübscht das Ganze mit Judasbäumen, Maulbeerbäumen und natürlich auch heimischen Arten auf.

Durch eine bepflanzte Übertunnelung wären auch die Ortsteile näher und grüner verbunden – man könnte vom Aldi Richtung EADS und irgendwann vielleicht zu einem künftigen Flugzeugmuseum wandern, man könnte verschiedene Alleen anlegen (Lindenblüten-, Kirschblüten-, Apfelblütenallee usw.) bei der Verbindung der Ortsteile wie vom Wechselfeld nach Pichl und Oberstimm. Und auf dem Tunnel, der selbstverständlich auch Abschnitte der Autobahn erfasst, könnte man einen Park oder Schrebergärten ausweisen.

Warum kann man nicht einmal groß denken und groß fordern frei nach dem Motto: Wer am lautesten schreit, dem wird das Maul gestopft“–– kein schöner Ausdruck, aber wahr! Wer nichts fordert, bekommt auch nichts! Wer sich mit allem abfindet, erreicht nichts und bringt auch nichts weiter. Für die Zukunft brauchen wir Innovation, sonst bleiben wir – als zweitgrößter Ort im Landkreis – immer nur ein unbedeutender Vorort am Rande der Großstadt und am Rande des Landkreises.

Johanna Huber
27/28.01.2021
Donaukurier Print